An diesem Mittwoch, dem 17. Dezember, geschah in der Aula der Giordano-Bruno-Gesamtschule etwas, das man nicht auf den ersten Blick bemerkt hätte – und doch war es da: ein Stück leiser Zauber.
Der WPK Darstellendes Spiel hatte die Schülerinnen und Schüler der Wichernschule eingeladen, und sie kamen, neugierig wie Reisende, die eine Tür öffnen, hinter der eine andere Welt beginnt. Dort warteten keine Drachen und auch keine fliegenden Hunde, sondern drei Geschichten aus den Büchern von Otfried Preußler – Geschichten, die schon viele Winter lesen wurden und dennoch jedes Mal neu geboren werden, wenn jemand sie vorliest.
Die Stimmen der Vorlesenden füllten den Raum, wurden mal leise wie fallender Schnee, mal kräftig wie ein Glockenschlag im Advent. Gesten erzählten mit, Gesichter verwandelten sich, und für einen Moment vergaß die Zeit, weiterzugehen. Es war das erste Mal, dass der WPK in der Aula mit seinem neuen Technikteam arbeitete. Oli und Mats standen im Hintergrund – und wie bei den besten Abenteuern merkt man erst hinterher, wie wichtig diejenigen waren, die im Verborgenen wirkten und das Licht genau dorthin lenkten, wo es gebraucht wurde.
Zwischen den Geschichten führte der Weg ins Schülercafé. Dort duftete es nach Weihnachten: nach süßen Leckereien und warmem Früchtepunsch, der die Hände wärmte und vielleicht auch ein kleines bisschen das Herz. Möglich gemacht wurde dies mit Unterstützung des WPK Green Kitchen, dem dafür ein stilles, aber sehr herzliches Dankeschön gebührt.
Dann wieder Applaus – nicht nur höflich, sondern groß und ehrlich, so wie er nur entsteht, wenn etwas wirklich berührt hat. Für die Stimmen, für die Geschichten, für das Essen, für diesen besonderen Vormittag. Mit leuchtenden Augen verließen die Kinder schließlich die IGS und nahmen ein Versprechen mit: Sie würden wiederkommen, wenn sich der Vorhang zum ersten Theaterstück des WPK hebt.
Und irgendwo am Rand der Bühne stand Frau Timme, die Regisseurin, und lächelte. Sie sah, was andere vielleicht noch nicht ganz erkennen konnten: wie ihre Schülerinnen und Schüler nach wenigen Monaten bereits gelernt hatten, mit Stimme, Gestik und Mimik kleine Welten zu erschaffen. Bühnenpräsenz – ein großes Wort für etwas, das in diesem Moment ganz selbstverständlich da war.
So endete diese Lesung. Und wie bei allen guten Geschichten wusste man: Sie war vorbei – aber ein wenig von ihr ging mit nach Hause.
Giordano-Bruno-Gesamtschule







